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Konzept

PÄDAGOGISCHES KONZEPT

Unsere Seminare bieten jungen Menschen Orientierung, ermöglichen Gemeinschaftserfahrungen und erschließen spirituelle Erfahrungsräume. Insofern stellen sie einen wichtigen und bedeutsamen Ort kirchlichen Handelns im schulnahen Bereich dar. Folgende Aspekte kennzeichnen unser pädagogisches Konzept:

Prozessorientierung

Die Jugendlichen mit ihrem Leben, ihren Fragen, Problemen, Nöten und Sorgen, mit ihren Hoffnungen und Sehnsüchten stehen im Mittelpunkt unserer Angebote. Maßstab erfolgreichen Arbeitens ist nicht die Vermittlung von Wissen oder ein bestimmtes "Lernergebnis", sondern das Bestreben, dass die Jugendlichen sich ihrer selbst vergewissern und sich selbst näher kommen in dem, was für jede/n Einzelne/n und für die Gruppe wichtig ist. Aus diesem Grund werden die Arbeitseinheiten dem Gesamtverlauf des Prozesses angepasst.

Ressourcenorientierung

Jeder Mensch hat Eigenschaften, Interessen und Fähigkeiten, die er im Sinne von Stärken als Ressourcen nutzen kann. Wir möchten jungen Menschen dabei unterstützen, ihre Ressourcen für sich selbst und die Gruppe erfahrbar zu machen. Das Ergebnis einer Arbeitseinheit bemisst sich nicht an vorher definierten Inhalten, die die Seminarleitung in die Gruppe gibt, sondern entwickelt sich aus den Möglichkeiten, Ideen und Denkweisen, die die Schüler mit- und einbringen.

Ganzheitlichkeit

Bei der Gestaltung der Inhalte geht es nicht nur darum, kognitive Zugänge zu schaffen, sondern die mehrdimensionale Aufnahme- und Wahrnehmungsfähigkeit der Schüler/-innen zu initiieren. Dies geschieht durch Kommunikations- und Kooperationsübungen, erlebnispädagogische Methoden, Körperarbeit, Entspannungs- und meditative Übungen, spirituelle Impulse und kreative Gestaltungsformen. Damit setzen sich die Seminare auch von den Formen und Möglichkeiten des Lernens ab, die der Schulalltag gewöhnlich zulässt. Da für Jugendliche die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und dem Verständnis von Mann und Frau vielfach eine zentrale Rolle spielt, sind geschlechtsspezifische Arbeitseinheiten üblich, um einen offeneren und intensiveren Austausch in Kleingruppen zu ermöglichen.

Freiwilligkeit und Verbindlichkeit

In unseren Seminaren gibt es keinen Leistungsdruck und keine Benotungen. Jeder Schüler entscheidet selbst, inwieweit er sich auf die Inhalte und Methoden einlässt, was er von sich preisgibt und den anderen von sich mitteilt. Die Teilnahme an den Tagen der Orientierung ist freiwillig und entscheidet jede/r Schüler/in individuell. Bei "Wir sind Klasse!?"-Seminaren entscheidet die ganze Gruppe über eine Teilnahme. Dies ist wichtig, weil es die Voraussetzung dafür ist, sich persönlich ansprechen und anfragen zu lassen. Wer sich für die Teilnahme entscheidet, verpflichtet sich zu durchgängiger Teilnahme und zur Einhaltung der gemeinsamen Absprachen und Regeln.

Gemeinschaft

In unseren Angeboten geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit bestimmten Inhalten. Mindestens ebenso wichtig ist die Förderung der Beziehungen der Schüler/innen untereinander. Die intensive inhaltliche Auseinandersetzung, der Austausch über Lebensthemen, die Gespräche außerhalb der Arbeitszeiten, das gemeinsame Verbringen der Freizeit in der Mittagszeit und am Abend tragen in hohem Maße dazu bei, dass bestehende Beziehungen gestärkt und neue geknüpft werden. Die Teamer selbst machen ebenfalls ein ausdrückliches Beziehungsangebot. Für Beratungsgespräche stehen sie den Jugendlichen zur Verfügung. Insbesondere die mehrtägigen Seminare ermöglichen Jugendlichen ein intensives Gemeinschaftserlebnis, das oft noch lange Zeit nach der Veranstaltung nachwirkt und sich in positiver Weise auf die Klassengemeinschaft auswirkt.

Teilnehmerorientierung

Ablauf, Inhalte und Methoden richten sich bei allen Seminarangeboten nach den Bedürfnissen und Wünschen der Jugendlichen und werden während einer Veranstaltung immer wieder neu an diesen orientiert. Die Beteiligung der Teilnehmer/innen an den Entscheidungsprozessen unterstützt nicht nur ihr persönliches Lernen, sondern stärkt auch ihre kommunikativen und kooperativen Kompetenzen und ist daher selbst zentrales Lernfeld. Mitbestimmung zieht sich daher als Gestaltungsprinzip wie ein roter Faden insbesondere durch die Tage der Orientierung: bei der Klärung von Verhaltensregeln, Festlegung der Themen und Methoden, Absprachen über den Tagesverlauf, Weiterentwicklung bestimmter Fragestellungen aus dem Prozess. Aber all das bedeutet nicht, dass das Team seine Leitungsverantwortung aufgibt, vielmehr geht es um einen transparenten Umgang mit Leitungsverantwortung.

Teamarbeit

Die Seminare werden von einem Team geleitet. Dies ist für viele Schüler/-innen eine neue und wichtige Erfahrung. Die Teamarbeit bietet nicht nur für die Leitung eine Reihe von Vorteilen, sondern sie zeigt den Jugendlichen auch alternative Möglichkeiten, wie Bildungs- und Lernprozesse zu gestalten sind. Darüber hinaus spricht ein Team, in dem verschiedene Personen mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen und Eigenschaften (Geschlecht, Alter, Ausbildung, Temperament) vertreten sind, die Schüler/-innen besser an. Und nicht zuletzt können die Schüler/-innen auch am Umgang des Teams untereinander etwas über einen kooperativen Umgangsstil lernen.

Reflexivität und Spiritualität

Durch regelmäßige Gelegenheiten des Innehaltens, des Schauens auf den Prozess und die Beziehungen untereinander wird immer wieder neu das Gruppengeschehen gestaltbar. Zugleich können die Schüler/-innen exemplarisch erleben, welche belebende und stärkende Kraft in Momenten des Innenhaltens liegt. Hierbei kommt neben den Feedbackrunden auch den spirituellen Angeboten (z. B. Abendimpulse) eine besondere Bedeutung zu, die in Form und Ausgestaltung den Gruppenprozessen entsprechend entwickelt und durchgeführt werden.

Ökumenische Offenheit

Die Teilnahme an unseren Angeboten ist nicht an ein bestimmtes religiöses Bekenntnis gebunden. Sie stehen allen Schüler/-innen offen, die sich auf den Prozess und die Inhalte einlassen können und wollen.